Bratwurst-Manufaktur vs. Trollfrau: Auf dem Weg zur richtigen Social-Media Strategie

Heute findet ihr hier weniger ein Personalerthema als vielmehr einen interessanten Link zum Thema “Kommunikationsstrategie im Internet”: Wenn Mitarbeiter, Kunden oder Fans unzufrieden mit den Leistungen des Unternehmens sind, können sie schon mal einen sogenannten “Shitstorm” auslösen. Welche Wellen eine negative Berichterstattung erzeugen kann, welche Strategien es dazu geben kann und welchen Beigeschmack diese haben, haben Wirtschaftsinformatik-Studenten an der Fachhochschule Würzburg untersucht. Eine spannende und lesenswerte Zusammenfassung dessen findet sich hier.

Schlachtplan

Quelle: http://www.czyslansky.net/?p=4949

 

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Talent Relationship Management – die neue Disziplin?

Neulich bin ich bei xing über einen interessanten Blogeintrag bzw. eine Buchempfehlung zum Thema “Talent Relationship Management” gestolpert.

Als Personalentwickler und Web 2.0-Profi kann ich den Ausführungen des Blogs nur sehr bedingt zustimmen. Persönlich habe ich das Gefühl, das aufgrund des aktuellen Social Media-Hypes die Prinzipien und Praktiken der freien Netzwerke zu schnell, zu einfach und zu pauschal auf den Unternehmenskontext übertragen werden.

Um mich nicht misszuverstehen: Ich halte eine wertschätzende und dialogische Kommunikation mit Bewerbern  sowie entsprechende Personalmarketingmaßnahmen (Schulbesuche etc.) für essentiell im Bewerbermanagement. Aber das habe ich schon immer – unabhängig von den technischen und sozialen Rahmenbedingungen – für wichtig erachtet. Vielleicht ist dieser Gedanke in Zeiten des E-Recruitings und den damit erforderlichen Effizienzsteigerungen durch Automatisierungen im Auswahlprozess (Massenbewerbungen vs. Bewerbergängelungen durch standardisierte Bewerbungsmasken) ein wenig in den Hintergrund geraten. Die sozialen Medien können hier sicherlich einen charmanten Mehrwert liefern.

Wer allerdings glaubt, langfristig tragfähige „Beziehungen“ mit möglichen Talenten auf dem Bewerbermarkt zu bilden oder gar „Unternehmens-Freunde“ zu finden, der liegt aus meiner Sicht falsch, denn er verkennt die existierenden Machtverhältnisse sowie die Grundprinzipien der Netzwerkbildung. Bewerber suchen zumeist zeitnah eine Anstellung, während Unternehmen am liebsten einen langfristigen „Goldfischteich“ bilden wollen, aus dem sie sich bei Bedarf irgendwann bedienen können. Das aus diesen unterschiedlichen Motivlagen keine dauerhafte „Beziehung“ entstehen kann ist für mich sehr augenscheinlich. Darüber hinaus persönliche (Mitarbeiter-)Kontakte für Empfehlungen im Bewerbungsprozess zu nutzen halte ich auch nicht für neu und hieß bei mir früher „Vitamin B“. Wer dies allerdings im Auswahlprozess als ernstzunehmenden Auswahlschritt nutzt handelt für mich aus eignungsdiagnostischen Gesichtspunkten grob fahrlässig.

Die Unternehmen, die in dem genannten Artikel jetzt als Musterbeispiele genannt werden, sind aus meiner Sicht zumeist die, die in der Vergangenheit aufgrund des Selbstverständnisses ein äußerst konservatives Auftreten gewählt haben und bei denen man sich nun aufgrund ihres großen (notwendigen) Sprungs ins 21. Jahrhundert verwundert die Augen reibt…Zumindest meine Interessen und Bedürfnisse sind im Falle einer Bewerbung unverändert, als dass ich jetzt ein Unternehmen in meine engere Wahl nehmen würde, nur weil es endlich gutes Personalmarketing via Facebook macht…

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Klassische Experimente in der Psychologie

Hier mal ein kurzer Post. Beim Surfen und Recherchieren bin ich über die folgende Liste gestolpert:

Sicherlich für alle interessant, die sich von A wie Asch biz Z wie Zimbardo einen Überblick über die “Klassiker” der Psychologie verschaffen wollen. Ich finde viele der Experimente und Erkenntnisse heute für das operative Tagesgeschäft der Personaler und Strategen immer noch relevant….

Posted from Diigo.

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Konformität und Gruppendruck: Das Asch-Experiment oder “Widersprechen schwer gemacht”

Ein Klassiker in der Psychologie ist das sogenannte Asch-Experiment. Es zeigt wunderbar, wie Gruppendruck eine Person dazu bringt, augenscheinlich falsche Aussagen als richtig zu bewerten. Spannend finde ich hierbei die Frage, wie groß die entsprechende Gruppe sein muss, damit dieser Effekt zum Tragen kommt. Grundsätzlich gilt die Faustregel: Je größer die Gruppe, desto mehr Konformität wird erzeugt.  Und die Forschung hat auch belegt, dass soziale Unterstützung den Konformitätsdruck eher mindert (klar, denn “geteiltes Leid ist halbes Leid :) .  Doch wie stellt sich diese Situation im Berufsalltag dar, wenn eine Reihe hochrangiger Entscheidungsträger eine aus ihrer Sicht eindeutig falsche Sichtweise vertreten (selbst mehrfach leidvoll erlebt)? Wer wagt dann zu widersprechen? Schließlich steht ja die eigene Karriere auf dem Spiel. Schnell kommt einem hier das Bild des “brown noser” in den Kopf  bzw. (aus psychologischer Sicht) das Groupthink-Phänomen. Doch was tut man selbst dagegen, um dies zu verhindern bzw. wie stellt man sein Unternehmen darauf ein? Eine spannende Frage…

 

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Lernen mit Infographics

Der folgende Hinweis ist zwar schon ein paar Tage alt, trotzdem bin ich gerade noch einmal darüber gestolpert und ich finde den Inhalt sehr teilenswert: Die Internetplattform www.gettingsmart.com hat in einem ihrer Blogeinträge interessante Infografiken zum Thema “Lernen” zusammengetragen. Wer das Format nicht kennt: Infografiken sind  Bilder und Grafiken, die auf kurzweilige aber effiziente Art und Weise eine Menge Fakten grafisch darstellen. So wie diese zum Beispiel:

 

How the Internet is Revolutionizing Education
Via: OnlineEducation.net

Überhaupt finde ich die Seite von gettingsmart sehr lesenswert, wenn es um innovatives Lernen geht.

Hier geht es zur Übersicht der Infographics auf  gettingsmart.com

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Mitarbeiterwerbung auf Twitter-Art

Aktuell findet sich im Netz ein simples Beispiel, wie man mit einfachsten Mitteln große Wirkung erzielen kann. Schon mal dran gedacht, bei Twitter zu arbeiten? Im Rahmen eines internen Events haben sich die Mitarbeiter von Twitter das Ziel gesetzt, das schlechtmöglichste Recruiting-Video zu produzieren (vermutlich aus einer Bierlaune heraus:)). Zum Einsatz sind dabei nur die eigenen Mitarbeiter sowie die eigenen Bordmittel gekommen. Also quasi kostenlos. Und aus meiner Sicht haben sie ihr Ziel erreicht. :) Kaum war das Video im Netz haben mehr als 500.000 Menschen sich das Video angeschaut. Auch wenn eine Bewertung dieser Aktion im Sinne von steigenden Bewerberzahlen etc. noch aussteht, so haben sie doch eine entsprechende Aufmerksamkeit im Netz erzeugt (für Twitter ist es sicherlich ein einfaches, entsprechende Aufmerksamkeit zu erzeugen…).  Ich denke, so etwas nennt man virales Marketing.

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Alle noch an Bord?

Seit Jahren machen immer wieder Studien die Runde, die darüber berichten, wie viele Mitarbeiter nur noch Dienst nach Vorschrift machen, bereits intern gekündigt haben oder wie es um die Mitarbeiterzufriedenheit bestellt. In Zeiten, in denen Bewertungsplattformen wie kununu und Aktionen wie “A great place to work” (vermeintlich) absolute Transparenz darüber schaffen, wie glücklich Mitarbeiter mit ihrem Arbeitgeber sind und gute Mitarbeiter aufgrund des “War for Talents” ein kostbares Gut sind eine sicherlich nicht zu vernachlässigende Komponente in der Personalarbeit.

Jetzt ist ein neues Testverfahren in der Erprobung, welches die wichtigsten Kriterien der “organisationalen Bindung”, oder neudeutsch “Commitment” messen sollen: Das Bochumer Commitment Inventar (BOCOIN). Neben der “Attraktivität der Tätigkeit”, dem “Betriebsklima” und der “Arbeitgeberattraktivität” ermittelt das Inventar auch Indizes zum Thema “Entgelt” und zur “Personalentwicklung”.

Neben Mitarbeiterbefragungen oder Stimmungsbarometern ist dies sicherlich eine weitere interessante Informationsquelle für Personaler und Top-Manager. Allerdings sollten die zahlengläubigen Manager nicht aus dem Blick verlieren, dass die Sau vom Wiegen nicht fetter wird. Allzuhäufig habe ich erlebt, dass  gut gemeinte Ansätze zur Erfassung und Verbesserung der Mitarbeiterbindung ohne Wirkung geblieben sind, in blindem Aktionismus endeten (“Nicht noch ein Teamworkshop”!) oder sogar negative Auswirkungen hatte (“Lieber sozial erwünscht antworten, als noch eine Feedbackrunde!”)

Entscheidend ist von daher was aus den Rückmeldungen der Mitarbeiter gemacht wird. Egal ob diese via Fragebogen oder persönlich erhoben werden.

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Generation Y ohne Führungspotenzial?

Nach einer aktuellen Vergleichsstudie von Prof. Wottawa und Kollegen der Ruhr-Universität Bochum hat bei den heutigen Studienabsolventen das Lebensziel “Macht” deutlich an Wert verloren während tendenziell Faktoren wie Familie, Image und Hobbies an Bedeutung gewinnen. Bei Männern scheinen auch ethische Werte und Image weniger wichtig zu sein, während bei Frauen diese Punkte eher an Bedeutung gewinnen.

Neben der Komponente “Macht” scheint auch die Stressresistenz und das Selbstmanagement bei dieser Zielgruppe zu sinken. Dies ist für mich um so verwunderlicher, da dieses Klientel doch schon vom Kindergarten an mit vollen Terminkalendern und der individuellen Freiheit der Wahl konfrontiert ist (“In welchen Kindergarten-Workshop gehe ich heute?”). Letztlich kommen die Autoren über eine Clusternanalyse zu dem Ergebnis, dass der Anteil der “potentiellen Führungskräfte” an den Hochschulabsolventen über die letzten sieben Jahre abgenommen hat (der Frauenanteil aber übrigens tendenziell steigt). Mit Blick auf mögliche Quotendiskussionen sind dies sicherlich spannende Ergebnisse, unklar bleibt für mich vor dem Hintergrund der sich permanent veränderten Rahmenbedingungen (Stichwort: Globalisierung, Social Media & Co.) allerdings die Frage, welche Fähigkeiten und Eigenschaften zukünftig von Führungskräften gefordert sind. Vielleicht ist dies ja gerade mit einem geringeren “Machtanspruch” verbunden…(da stellt sich die Frage nach “Henne und Ei”…)

Wer interssiert ist: Hier geht es zum Abstract der Studie.

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Überall zu finden…

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Päpstlicher Burnout

Ok. Ich habe lange überlegt, was der Aufhänger für mein nächstes Thema ist. Der Papst in Deutschland oder der Burnout von Ralf Rangnick? Anstatt das Thema “Führungskräfte, die den Kontakt zur Basis verloren habe” (Papst) zu wählen, habe ich mich dann doch für die nähere Betrachtung der Burnout-Konsequenzen entschieden. Zunächst einmal muss ich (auch als Dortmunder) Herrn Rangnick meinen vollen Respekt zollen, mit einer solchen Aussage in dieser Branche an die Öffentlichkeit zu gehen. Bestraft diese männerdominierte Branche doch gnadenlos jedwede Form von Schwäche. Homosexualität gilt als verpönt und erst der Suizid eines depressiven Spielers lässt kurzfristig aufhorchen. Ein solcher Schritt ist um so bemerkenswerter, als dass er zumeist Zeichen einer dauerhaften Überforderung und Hilflosigkeit ist bzw. darauf hinweist, dass sich die zu bewältigenden Anforderungen und die zur Verfügung stehenden persönlichen Ressourcen nicht in Balance befinden. Ein übermäßiger Ehrgeiz verschärft dabei noch die Situation.
Bei der vermeintlichen Wirksamkeit eines Trainers (einer Führungskraft) auf seine Spieler (Mitarbeiter) verwundert es eigentlich, dass nicht schon viel mehr Trainer mit dieser Begründung das Handtuch geschmissen haben.
Im Unternehmen gibt es mannigfaltige Auslöser, die ein Burnout befördern können: Eine hohe Arbeitsbelastung, Monotonie, unklare Ziele, fehlende Unterstützung, fehlende Einflussmöglichkeiten oder einfach nur Stress um nur einige zu nennen. Da viele Faktoren (z.B. das Arbeitsaufkommen) nur bedingt beeinflusst werden können, stellt sich die Frage, was eine Führungskraft, ein Personaler oder ein Unternehmen also tun kann, um einem solchen “Ergebnis” vorzubeugen? Zunächst sind da sicherlich Entspannungs- und Erholungsmaßnahmen wie Sport oder Hobbies zu nennen, die aber zumeist nur eine kurzzeitige oder oberflächliche Erholung bewirken. Wirksamer sind hingegen Maßnahmen, die an den persönlichen Kontrollüberzeugungen und der Selbststeuerung der Mitarbeiter ansetzen. Im Rahmen von Coaching, Mentoring oder Training sollten dazu die eigenen Stärken und Kompetenzen reflektiert werden, die an den Mitarbeiter gerichteten Anforderungen geschärft sowie die (selbst oder fremd) gesetzten Ziele auf ihre Klarheit hin überprüft werden (Ziele sollten SMART sein!!). Darüber hinaus sollte im Rahmen einer solchen Maßnahme überprüft werden, mit welcher Effizienz Aufgaben bewältigt werden. Häufig sind es auch einfach die falschen Methoden und Techniken, die viel Energie im täglichen Job fressen. Und last but not least sollten auch “strukturelle” Aspekte wie Team- und Führungsstrukturen überprüft werden, da sie im positiven Fall den Stress und die Belastung kompensieren können.

Und letztendlich soll ja auch ein starker Glaube einen entsprechenden Einfluss auf die Selbstwirksamkeit und das Selbstmanagement haben. Wer weiß, vielleicht hilft da ja ein Papstbesuch.

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